Mietkautionsbürgschaft
Eine flexible Alternative zur Barkaution?
Ein Umzug bringt oft hohe Kosten mit sich. Neben Transport, Renovierung und neuer Einrichtung verlangt der Vermieter in der Regel auch eine Mietkaution. Diese darf bei Wohnraum bis zu drei Nettokaltmieten betragen und bindet damit schnell mehrere tausend Euro. Wer dieses Geld lieber für andere Ausgaben nutzen möchte, kann eine Mietkautionsbürgschaft als Alternative zur klassischen Barkaution in Betracht ziehen.
Wie funktioniert eine Mietkautionsbürgschaft?
Bei einer Mietkautionsbürgschaft wird die Kaution nicht auf ein Kautionskonto eingezahlt. Stattdessen übernimmt ein Bürge, beispielsweise eine Versicherung, die vereinbarte Sicherheit gegenüber dem Vermieter. Dieser erhält eine Bürgschaftsurkunde und kann sie bei berechtigten Forderungen, etwa wegen Mietrückständen oder Schäden an der Wohnung, in Anspruch nehmen. Bei der von der Dortmunder Volksbank angebotenen R+V-MietkautionsBürgschaft übernimmt die R+V diese Aufgabe.
Wichtig ist allerdings, dass der Vermieter einer solchen Lösung zustimmt. Eine vertraglich vereinbarte Barkaution kann nicht einseitig durch eine Bürgschaft ersetzt werden. Wer eine Mietkautionsbürgschaft nutzen möchte, sollte dies daher möglichst früh mit dem Vermieter abstimmen.
Für wen lohnt sich eine Mietkautionsbürgschaft?
Eine Mietkautionsbürgschaft eignet sich deshalb häufig für Studierende, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger, junge Familien oder Menschen, die beim Umzug ihre Liquidität schonen möchten. Wer hingegen ausreichend Rücklagen besitzt und voraussichtlich viele Jahre in derselben Wohnung bleibt, fährt oft mit einer klassischen Barkaution günstiger. Diese bleibt Eigentum der Mieterin bzw. des Mieters, wird verzinst angelegt und nach dem Ende des Mietverhältnisses grundsätzlich zurückgezahlt, sofern keine offenen Forderungen bestehen.
Dem Plus an Flexibilität stehen nämlich laufende Kosten gegenüber. Die Beiträge für die Bürgschaft werden nicht zurückerstattet und summieren sich mit der Zeit. Deshalb lohnt sich vor dem Abschluss ein Blick auf die Gesamtkosten über die voraussichtliche Mietdauer und nicht nur auf den monatlichen Beitrag. Bei der über die Dortmunder Volksbank angebotenen R+V-MietkautionsBürgschaft gibt es beispielsweise einen Young-Tarif für 18- bis 25-Jährige mit Kautionssummen zwischen 500 und 1.500 Euro, der ab 2,08 Euro monatlich beginnt.
Außerdem sollten Mieterinnen und Mieter wissen, dass die Bürgschaft sie nicht von ihren Verpflichtungen aus dem Mietvertrag entbindet. Hat der Vermieter berechtigte Ansprüche und zahlt der Bürge an ihn aus, muss die Mieterin oder der Mieter diesen Betrag grundsätzlich zurückerstatten. Die Bürgschaft ersetzt also lediglich die Hinterlegung der Kaution, nicht die Haftung für verursachte Kosten.
Auch nach dem Auszug endet die Bürgschaft nicht automatisch. Sie bleibt bestehen, bis der Vermieter bestätigt, dass keine Ansprüche mehr offen sind, und die Bürgschaft freigibt beziehungsweise die Bürgschaftsurkunde zurückgibt. Erst dann kann der Vertrag beendet werden.
Fazit
Eine Mietkautionsbürgschaft kann eine sinnvolle Alternative zur Barkaution sein, wenn beim Einzug finanzielle Flexibilität gefragt ist. Sie schafft Spielraum für andere Ausgaben und kann besonders bei einem Wohnungswechsel entlasten. Dafür fallen jedoch laufende Kosten an, die nicht zurückgezahlt werden. Ob sich die Lösung lohnt, hängt daher vor allem von der persönlichen finanziellen Situation, der geplanten Mietdauer und der Zustimmung des Vermieters ab. Wer kurzfristig liquide bleiben möchte, kann von einer Mietkautionsbürgschaft profitieren. Wer ausreichend Rücklagen hat und langfristig mietet, fährt häufig mit einer klassischen Barkaution günstiger.
